Daddy … Daddy Loooo … Lucky’s erster Wurf

Lucky Ju und die Zwillinge Rambo & Ombra erblicken das Licht der Welt

New Stars are born! – nämlich meine allerersten wundervollen Kinder! Ich bin Vater geworden von Lucky Ju sowie den Zwillingen Rambo und Ombra.

Pommernschaf mit Lämmchen. Foto: LuckyLoo-Red.
Nach seiner Rückkehr auf die Weide war mein Erstgeborener Lucky Ju stark desorientiert und versteckte sich hinter seiner Mutter Poma. Foto: LuckyLoo-Red.

Lucky Ju erblickte als Erster das Licht der Welt. Er hatte das Glück, unter freiem Himmel auf der Weide von meiner Poma-Dame (Pommern-Mama) geboren worden zu sein, und das Pech, dass es zum Zeitpunkt seiner Geburt Anfang/Mitte Februar eisig kalt war, so dass er und meine Frau unverzüglich in die Scheune evakuiert wurden. Dort ist es zwar auch nicht viel wärmer, aber ein bisschen schon. Vor allem ist der Boden mit Stroh ausgelegt und nicht gefroren. Und die Zweihufler können die weitere Entwicklung besser beobachten und ggf. eingreifen.

Lämmchen in Scheune. Foto: LickyLoo-Red.
Mein Junior machte in seinen ersten Lebenstagen einen eher belämmerten Eindruck. Foto: LuckyLoo-Red.

Starthilfe für Lucky Ju – der Apfel fällt nicht weit vom Stamm

Letzteres war bei meinem Junior wohl auch nötig. Denn – ganz so wie sein Herr Papa – hatte er in Sachen Milch-Fassen seine Anfangsschwierigkeiten und bekam mit dem Fläschchen Starthilfe. Das klappte wohl auch. Nach zwei Tagen hatte Lucky Ju sich so weit berappelt, dass er und seine Mutter seitdem gut miteinander klar kommen. Im Gegensatz zu meiner Mutter damals hat Poma genug Milch und kümmert sich nun sehr gut um den Kleinen.

Fehlinterpretierte Vaterfreuden

Inzwischen sind die beiden wieder bei uns auf der Weide. Über das Wiedersehen war ich so entzückt, dass ich Poma sofort begatten und Lucky Ju boxen wollte. Das fand mein Lieblings-Zweihufler ziemlich doof. Er beschimpfte mich als “Trottel” und faselte irgendetwas von “Anzeige erstatten”.

(Er wollte mich übrigens bereits zwei Wochen zuvor anzeigen, als er mitbekommen hatte, wie ich meine hochschwangere Freundin vom Trog wegboxte … Ich glaube, wir müssen mal bei Gelegenheit ein Männergespräch unter vier Augen führen über die Frage, wie man mit Frauen umgeht, besonders mit schwangeren. …

… Oder auch mit seinen eigenen Kindern…

Schwieriges Vater-Sohn-Verhältnis in der Linie der Pfefferschafe?

Das Zweihufler-Weibchen meint ja, dass ich in meiner Jugend schlechte Erfahrungen mit meinem Vater gemacht hatte (der hatte mich nämlich gehasst und versuchte mich, glaube ich, umzubringen, aber das ist mal wieder ein anderes Thema..) und deshalb ein schwieriges Vater-Sohn-Verhältnis in der Pfefferschaflinie vorprogrammiert sei. Aber ich werde diesem einfältigem Pseudo-Freud-Geschwätz eines Besseren belehren. Was weiß die schon von der Vaterseele eines stolzen Pfefferbocks wie ich einer bin …)

Denn tatsächlich kam mir mein Erstgeborener bei seiner Wiederkehr auf der Weide ein wenig – na, sagen wir mal… unintelligent vor. Angesichts dieses tollpatschigen, weinerlichen Mickerlings hielt sich mein Vaterstolz zunächst in überschaubaren Grenzen, und ich zeigte meine Zuneigung ihm gegenüber durch spontane, angemessene Aggressivität. Lucky Ju sollte sich gefälligst zusammenreißen. Statt sich bei der Ankunft an seine Mutter zu halten, stolperte mein Sohn orientierungslos und laut plärrend kreuz und quer über die Weide und verstand die Welt nicht mehr.

Familienzusammenführung mit Hindernissen

Auch ich verlor kurzfristig den Überblick. Ohnehin leicht überfordert ob der neuen Situation der – für mich überraschenden – Familienzusammenführung, machte mich dieses Lämmchen irgendwie nervös. Und das, was mich nervös macht, lässt mich meine Augen verrollen. Ist doch logisch! Verstehen die Zweihufler wieder nicht, insbesondere das Zweihufler-Weibchen wurde nun ihrerseits nervös. Aber als Lucky Ju den Euter seiner Mutter auch noch an meinem prachtvollen Gehänge suchte, musste ich durchgreifen und ihn erst einmal zurechtstoßen. Ist doch klar! Dem Zweihuflerweibchen – selbst keine Ahnung von Erziehung – waren meine pädagogischen Maßnahmen natürlich nicht klar, wie üblich.

Fuchsschaf mit Lämmchen. Foto: LuckyLoo-Red.
Meine andere Frau Fuma gebar unsere Zwillinge Rambo und Ombra auf der Weide, auf der sie sich von Anfang an pudelwohl fühlten. Foto: LuckyLoo-Red.

Egal. Wir haben uns alle wieder sortiert und beruhigt. Apropros sortiert: Während des Scheunen-Wochenbettes von Poma und Lucky Ju gebar meine andere Frau Fuma Zwillinge, ein Mädchen und einen Jungen. Und die beiden waren von Anfang an aus einem ganz anderen Holz geschnitzt als mein Erstgeborener. Die zum Zeitpunkt ihrer Geburt wärmeren Temperaturen erlaubten es, die Drei auf der Weide zu  lassen. Damit genossen die Zwillinge von Geburt an – ohne Unterbrechung eines muffigen, dunklen Scheunenaufenthaltes – sowohl Muttermilch und störungsfreie Bindungsprozesse als auch Licht, Luft, ausreichend natürliche Reize und Bewegung. 

Rambo – Wenige Stunden alt und schon bockig wie ein Großer

Darüber hinaus wirkt sich wahrscheinlich eine unterschiedliche Genverteilung auf die Charaktereigenschaften meiner drei Ableger aus, denn mein Zweitgeborener Rambo zum Beispiel hat sich schon wenige Stunden nach seiner Geburt seinen Namen praktisch selbst gegeben, indem er so klein wie selbstbewusst, so jung wie bockig mit keck vorgestrecktem Hals, blitzenden Äuglein und einer eleganten Technik, die er natürlich nur von mir haben kann, mit allem anlegte, was nach Bock roch. Lucky Ju, seinen älteren Bruder, hat er zur Begrüßung gleich mal eine vor die Stirn geballert (mit Anlauf!) und, wo er gerade so schön dabei war, übergangslos das ein Jahr ältere Kerry-Hill-Böckchen weggeboxt, das eigentlich bis dahin ganz unschuldig und in sechsfacher Rambo-Größe auf der Weide herumstand – und offenbar meinem kleinen Rambo im Weg.

Zwillingslämmchen Rambo und Ombra. Foto: LuckyLoo-Red.
So frech und selbstbewusst sich der kleine Rambo (links) auf der Weide auch aufführt, auf seine Zwillingsschwester Ombra (rechts) lässt er nichts kommen. Foto: LuckyLoo-Red.

Nicht zuletzt spielt das unterschiedliche Verständnis von Mutterschaft meiner beiden Frauen eine Rolle, mit wieviel Sicherheitsgefühl sich die Lämmchen ins Leben kämpfen. Denn so weit ich das beurteilen kann (oder will), nahm Poma ihre Mutterschaft erst nur zögerlich wahr, während Fuma aufmerksam, souverän und geradezu vorbildlich sich von der ersten Sekunde an um ihre Zwillinge kümmerte und alles voll im Griff hatte.  

Lucky & Co. – Glückliche, kleine Schafsfamilie

Mittlerweile sind wir zu einer glücklichen, kleinen Schafsfamilie zusammengewachsen: Ich, das Familienoberhaupt, Lucky Loo, Poma mit Lucky Ju, Fuma mit Rambo und Ombra und die drei mitlaufenden einjährigen Böckchen, zwei Skutten und ein Kerry-Hill.

Von uns werde ich noch einiges zu berichten haben. Wie ich hörte, war mein Pommern-Kollege Angelo auch nicht faul und hat mit seinen Mädels  ebenfalls eine beachtliche Anzahl von Lämmchen produziert. Hier werden noch Geburten erwartet, ebenso vom Kerry Hill- und dem Moorschnucken-Bock. Davon mehr an anderer Stelle …

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Folge der Lucky-Herde

Autor: Lucky-Loo

Geb. 2016; aufgewachsen und sozialisiert unter Zweihuflern in den ersten Lebensmonaten; erfolgreich reintegriert in die Schafsherde; seitdem geistiger Führer, Abenteurer und Autor zwischen zwei Welten.

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